Feb 04 2012

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Häusliche Gewalt: Ein Tatort liefert die Einführung

Ein Hauch des Entsetzens läuft durch die Gesellschaft, wenn die Medien einmal wieder darüber berichten, dass Kinder missbraucht und misshandelt wurden, jugendliche Schläger scheinbar veranlassungslos auf andere einprügeln, über Inzestfälle etc.

Das sollte Grund genug sein, auch diese zunächst gesellschaftlichen Probleme einmal aufzugreifen, zumal diese auf der juristischen Seite erhebliche Probleme mit sich bringen.

Seit einiger Zeit strahlt die ARD neben dem sonntäglichen Tatort oder Polizeiruf 110 und diversen Wiederholungen in den Dritten Programmen am Freitag abend ab 21.45 h ältere Tatort-Folgen aus, so auch gestern den “Schwarzen Peter”.
Wie ziemlich schnell ersichtlich wird, ermitteln die Leipziger Tatort-Kommisare Eva Saalfeld und Andreas Keppler im Dunstkreis “häuslicher Gewalt”.
Die Frau des Mordopfers wirkt seltsam. Auf den ersten Blick noch seltsamer reagieren die drei erwachsenen Kinder: Die Krankenschwester, die keine Träne zu vergießen gedenkt und über das Mordopfer, ihren Vater, sagt: Die einzige Autorität die der Vater besessen hätte, sei die gewesen, wenn er brüllte!
Und damit ist man mitten drin im Thema “häusliche Gewalt”: Ein Mensch der sich des Brüllens bedient, um sich durchzusetzen und Autorität zu verschaffen!

Einerseits bedient auch dieser Tatort ein Klischee: Der Mann ist der Täter, die Frau ist das Opfer!
Doch vor allem die Kommisarin Saalfeld begehrt unmittelbar auf und hat damit vollkommen Recht: Das ist das Klischee, der Stereotyp, aber keineswegs die Wirklichkeit. Von häuslicher Gewalt sind auch vielfach männliche Opfer betroffen.
Dieser Tatort, weshalb er hier auch aufgegriffen wird, bricht abgesehen von der Grundkonstellation in jeder Form mit dem Klischee und geht in jeder Weise darüberhinaus. Mit erstaunlicher Feinfühligkeit steigt der Film in das ein, was die Komplexität und das ausmacht, was man nur als Teufelskreis bezeichnen kann. Der Film beschränkt sich gerade nicht auf den Focus von Täter und Opfer, wer das nun genaugenommen auch sein mag, sondern zeichnet vor allem die ganze Kathastrophe, die sich für eine ganze Familie daraus ergibt.

Da ist eben nicht nur der Täter und sein Opfer. Es sind da drei Generationen: Der Täter, das Opfer, drei erwachsene Kinder und das Enkelkind.
Und schon mit dem Täter, dem Mordopfer, wird in jeder Form, das Klischee zurückgelassen:
Es geht nicht um den saufenden und arbeitslosen Typen im Feinrippunterhemde, der seine Frau verprügelt, wenn ihm danach ist, Ende der Fahnenstange!

Das Mordopfer ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, in Wohlstand mit einer vordergründig heilen Familie.
Wie sich herausstellt, ist er aber nicht nur erfolgreich, sondern auch despotisch und tyrannisch, ein Unternehmer, der meint, mit Geld alles durchsetzen zu können, im Betrieb, für den Betrieb und in der Familie.
Die Frau wirkt unscheinbar, konfus und verzweifelt nach dem Tod ihres Mannes. Spricht davon, was er wünschte, was er ihr an kostbaren Geschenken machte, wie normal ihr Eheleben war.
Tochter I, die Krankenschwester, weint dem Vater keine Träne nach, wirkt konsterniert über die scheinbare Trauer der Mutter und wirft ihrer Mutter wütend die drei Therapien vor, die erforderlich waren, um ein halbwegs normales Leben mit deutlichem Abstand zum Elternhaus zu führen.
Der Sohn, der mit 18 die Flucht aus dem Elternhaus ergriffen hat, erscheint als der “Normalste” von den drei Kindern. Erst zum Schluss stellt sich heraus, dass er die Abwesenheit des Vaters nutzt, um seiner Mutter, die er als eingesperrt betrachtet, etwas schönes zu bieten und mit ihr Ausflüge in Vaters Auto unternimmt.
Tochter II mit Kind indessen bedient in gewisser Weise das Klischee. Sie lebt in einer vermeintlich heilen Welt mit Mann, Kind, Haus und Hund. Aber der Mann verprügelt sie, sie und das Kind leiden, nach außen hin, versucht sie sich für die Ausbrüche des Mannes verantwortlich zu machen und seine Ausbrüche zu vertuschen. Sie wiederholt das Lebensschema ihrer Mutter, mit der sie im Klintsch liegt.

Als die beiden Kommisare nach Dienstschluss zusammensitzen, greift Keppler unmittelbar das Kernproblem und damit die Gesamtkomplexität bei Häuslicher Gewalt aus psychologischer Sicht auf:

Häusliche Gewalt liegt bereits vor, wenn sich der Täter einer Reihe von Verhaltensweisen und Äußerungen bedient, die darauf abzielen, den anderen herabzusetzen, ihn in seinem Wesen zu verneinen. Es handelt sich nicht um einen einmaligen Ausrutscher, sondern um ein bestimmtes Verhalten in der Partnerschaft. Man verneint den anderen, degradiert ihn zum Objekt. Ziel eines solchen Vorgehens ist es, den anderen zu unterwerfen und zu kontrollieren und dabei selbst die Macht zu behalten, wie die französische Psychotherapeutin und Opferkundlerin Marie-France Hirigoyen seelische Gewalt definiert.

Für Psychologen steht fest, dass Kinder erheblich unter der mittelbar erlebten Gewalt gegen einen Elternteil leiden und damit direkte Opfer von Gewalt werden.
In dem Film wird darauf in mehrfacher Weise angespielt: Das Enkelkind Lina, das Agression an ihrem Hund auslässt und vollkommen überfordert ist, als die Mutter mit vielfachen Verletzungen und eingeschlossen in der Wohnung liegt.
Aber auch die drei erwachsenen Kinder in dem Film, sollen das aufzeigen: Tochter I: 3 Therapien; Tochter II: Setzt in ihrer Paarbeziehung das fort, was die Eltern ihr vorgelebt haben; der Sohn scheint ein vordergründig normales Leben zu führen, von einer Partnerschaft erfährt der Zuschauer nichts, aber ob man sein Schutzverhalten gegenüber der misshandelten Mutter wirklich als normal bezeichnen kann ??

Und das ist das über die eigentliche Dramatik hinausgehende Problem: Selbst wenn sich die Täter nicht auch an ihren Kindern vergreifen, geht das alles andere als spurlos vorüber. Der Tatort bedient gerade nicht das Stereotyp, weil der Sohn nicht zum Täter wird, sondern auf die Folgen bei den beiden Töchtern focusiert.
Feststeht für die Psychologie indessen, dass mit dem Gewalterleben als Kind eine Prädestinierung für Gewalt in der späteren Paarbeziehung einhergehen kann, als Opfer oder als Täter.

Tochter II hat das Verhalten ihrer Mutter übernommen: Sie ist Opfer, verhält sich entsprechend, kaum in der Lage das zu durchbrechen und hierauf soll die Unstimmigkeit zu ihrer Mutter wohl auch anspielen, der Zuschauer erfährt es nur indirekt.

Tochter I hat wohl den Kampf gegen die Opferrolle der Mutter aufgenommen, aber um welchen Preis?
Deutliche Distanz zum Elternhaus und drei Therapien, ein Partner tritt nicht in Erscheinung, aber umso mehr Wut und Verbitterung.

Die Lösung des Mordfalls erscheint irgendwie in den Hintergrund getreten zu sein und die kurze und bündige Auflösung fast als Verharmlosung eines Mordes. Und doch ist es das Gegenteil!

Nach einem erfolglosen Selbstmordversuch der Mutter, den Tochter I als Unvermögen der Mutter, ohne ihren misshandelnden Mann leben zu können, deutet, wird die Mutter, die bis zuletzt verweigert der Realität darüber ins Auge sehen zu können, des Mordes an ihrem Mann überführt. Ihr Sohn hat ihr geholfen, die Leiche zu beseitigen.

Doch sprechen die Worte der Mutter, als sie überführt wird, Bände:
“Lieber ein Leben im Gefängnis, als ein Leben mit ihm!”
Hier wird kein Mord verharmlost und die Mutter entzieht sich auch nicht der Verantwortung: Sie ist sich der Folgen und Schwere ihrer Tat voll und ganz bewusst.
Umgekehrt zeichnet sich aber vor allem auch folgendes Bild: Das Bild einer über Jahrzehnte misshandelten Frau, die es in der eigenommenen Opferrolle, nicht anders schaffte, sich von ihrem Misshandler zu lösen - und das ist gar nicht so selten - als durch dessen Tod.
Das Grauen der ganzen Familie wird in dem Film offenbar, durch welche Hölle muss aber die Mutter gegangen sein, wenn ihre einzige Auflösung in dem Tod des Mannes und Gefängnis für sie liegt.

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Jan 28 2012

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Vom dt. Drahthaar zum dt. Kurzhaar

Abgelegt unter Hunde, Jagd & Jagdhunde

Angekündigt ist es ja schon und jedenfalls in diesem Blog ist sie auch schon eingezogen: Die Deutsch Kurzhaar-Hündin Ada vom Sauwerder. Bis Ada bei uns einziehen wird, werden jetzt allerdings noch knapp drei Wochen vergehen.

Ich sagte es schon: Ajax ist im Oderbruch geblieben. In gewisser Weise ist er mir abhanden gekommen - was das auch immer heißen mag! -, aber es soll ihm gut gehen und er steht im täglichen jagdlichen Einsatz, was seinem Alter und seiner Passion, und somit der Vernunft, geschuldet ist.

Seit ich sechzehn Jahre alt war, stand fest: Ich wollte einen Jagdhund, genaugenommen einen dt. Drahthaar. Da wir ihn nicht ohne Jagdschein bekamen, setze ich mich mit der Jagd auseinander und wollte den Jagdschein machen. Bis zum Jagdschein und Ajax vergingen dann noch ein paar Jährchen.

Ajax vom Teufelslauch
Ajax vom Teufelslauch

Der dt. Drahthaar war dann der hier bisher häufig erwähnte Ajax vom Teufelslauch. Insgesamt meine ich, ihn ganz gut hinbekommen zu haben. Aber er ist und bleibt ein Hardcore-Kaliber, eben ein dt. Drahthaar wie er im Buche steht.

Ajax im Einsatz
Im Einsatz!

Ajax vorstehend
Vorstehend…

Ajax vom Teufelslauch
….. Such voran!

Ajax ist kein Erdhund
Nur als Erdhund ist Ajax nie wirklich geeignet gewesen.

Stur ohne Ende, jeder Ausbildungsschritt dauerte endlos, aber dann war es für Ajax’ Leben gelernt, Passion ohne Ende, wildscharf und auch mannscharf und dennoch, was auch häufig beschrieben steht, zuhause die absolute Schmusekatze und ohne Ende kinderlieb - nicht missverstehen: Der dt. Drahthaar ist als letztes Familienhund und dann auch nur in Jägerhand! - …

Ajax geburtstagsfein
Familienhund Ajax hatte sich für seinen Geburtstag fein gemacht

…..und das will erwähnt sein: Wenn Ajax auf dem Esstisch noch ein Brötchen wähnte - Fisch- und Fleischstand ließen ihn stets kalt, am Bäckerstand geht er nicht vorbei! Aber er schluckte eben auch Medikamente wie Bonbons und ging gern zum Tierarzt! - blieb er durchaus mal zwei Stunden vor dem Tisch sitzen und kam dann allenfalls, wenn man es nicht schon bemerkt hatte mit vorwurfsvollen Blick vorbei, was einem einfiele, ihm eben dieses Brötchen vorzuenthalten.
Dass er dann doch beim Oderbruch-Jagdpächter den Käsekuchen vom Küchentisch klaute und ich kurz danach den Anruf erhielt “Ajax bekommt heute nichts mehr zum Essen!”, muss ich mit einer gewissen Schadenfreude verbuchen, denn dort durfte er schließlich immer über Tische und Bänke gehen und seine Vorliebe für Kuchen war allseits bekannt. Zuhause hätte er das nie gemacht; einst hatte er sogar gelernt, das Esszimmer während unserer Mahlzeiten zu verlassen.
Außerdem zeichnet sich Ajax dadurch aus, dass er tatsächlich mit Welpen spielt, was für einen Rüden eher ungewöhnlich sein soll.
Umgekehrt reißt er, wenn möglich, das Auto ab, wenn er mit ins Revier fährt, erst Recht bei Anblick. Außerdem sieht er für einen Hund ausgesprochen gut, hat also auch schon auf große Entfernung und im geschlossenen Auto wohl auch Witterung, aber auf sehr große Entfernungen auch Anblick. Hm!

Es dauerte fast ein Jahr und eine Vielzahl von Gesprächen mit erfahrenen Jagdhundführern, dass ich mich innerlich und tatsächlich von Ajax verabschieden konnte. Und eine Reihe Erstlingsführer-Fehler habe ich nun auch nicht mehr gemacht. Wie schon bei Ajax war es mir wichtig, einen Züchter zu finden, der irgendwo noch in greifbarer Nähe ist. Und trotz der Erfahrung mit Ajax, werden noch eine Vielzahl von Fragen auftauchen.

Und nun wird Ada vom Sauwerder zu uns kommen!

Ada vom Sauwerde, gut 6 Wochen alt
Ada vom Sauwerde, gut 6 Wochen alt

Sie wurde am 6.12.2011 im Zwinger vom Sauwerde nahe Neuruppin bzw. Wusterhausen/Dosse gewölft.

Ada, 10 Tage alt
Ada mit 10 Tagen, ein Häufchen Hund von der nichthundehaltenden Verwandtschaft ungeheuerlicher Weise als Meerschweinchen deklariert, bei unserem Antrittsbesuch.

Warum jetzt eine Hündin?
Neben Ajax war noch eine BGS-Hündin bei uns eingezogen. Ich habe also mit Rüden und Hündin lange genug zusammen gelebt. Ich habe nun der Zickigkeit der Hündin gegenüber der Markierei des Rüden den Vorzug gegeben.

Jägerin mit zwei Hunden
Ajax und die Hündin Dana

Warum wieder eine Welpe?
Auch das habe ich nun alles durch: Ajax als Welpe und Dana als gut einjährige Hündin. Ich halte das “Mühsal” von Stubenreinheit, Stubendressur einer Welpe und Pubertät eines Junghundes für wesentlich weniger mühselig und überschaubarer, als die Unklarheit darüber, was ein ausgewachsener Hund bereits erlebt haben mag und wie er sich dann im Zweifelsfalle verhält.

Ada hat die Schlappen in der Mache
Auch das gehört zu einer Welpe: Alles, was nicht niet- und nagelfest ist, wird untersucht. Wenn es dabei bleibt!?!

Warum jetzt einen dt. Kurzhaar und keinen dt. Drahthaar mehr?
Der Drahthaar gilt als mannscharf und Ajax war es gewiss, was ich mit einem kleinen Kind und vor allem in Hinblick auf die Freunde nicht will. Außerdem soll der Kurzhaar generell führiger und weniger stur sein als der Drahthaar.

Dass der Hund nicht mit dem Kind allein gelassen werden kann und auch nicht mit den Freunden des Kindes, versteht sich von selbst. Und bei allem anderen lasse ich mich überraschen, ob ich tatsächlich im Laufe von Adas Ausbildung so viele und gravierende Unterschiede zum Drahthaar feststellen kann, wie gemeinhin gesagt wird.

Wir freuen uns nun riesig, dass Ada, die wir anders als Ajax nicht erst mit sechs Wochen, sondern schon mit ihren Geschwistern am 10. Lebenstag kennenlernen durften, in knapp drei Wochen zu uns kommen wird.

Ajax mit ca. 13 Wochen
Auch Ajax war einmal ein Hündchen!

Die Wahl war getroffen und Mutter und Tochter bewundern den zukünftigen Familienzuwachs
Die Wahl war getroffen und Mutter und Tochter bewundern den zukünftigen Familienzuwachs

Mein Töchterchen hat sich bei unserem letzten Besuch bei Ada jedenfalls wacker geschlagen: Kaum waren wir eingetroffen, umringten sie acht stürmische Welpen, die sich ganz überwiegend sofort an ihr aufstellten und unmittelbar an allem rumzippelten und - knabbelten, was sie mit ihren fiesen Milchzähnchen nur zu fassen bekamen. Interessant insofern die Reaktion meines Kindes, als wir mit Ada ins Haus kamen, wo uns gleich die drei erwachsenen Hündinnen der Züchter begrüßten. Auch wenn diese dem Kind unmittelbar die Schnüss ins Gesicht steckten und das Kind im Flur von links nach rechts stubsten, nahm das Kind es gelassen: Das ist sie schließlich gewohnt und bereits einjährig zog sie schlicht den Kopf in die Schultern und machte die Augen zu, wenn die zwei deutlich größeren Hunde, vor allem Dana mit ihrer wildwedelnden Rute, in den Wohnungsflur stürmten.

Für das Kind das Normalste der Welt: Ein Hund an ihrer Seite
Für das Kind das Normalste der Welt: Ein Hund an ihrer Seite!

Ja, was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr. Das gilt wohl für Kinder wie für Welpen. Und so gilt für mein Kind das größte Problem bei der Anschaffung eines Hundes mit kleinem Kind nicht: Sie weiß, was sie kann und darf und verhält sich entsprechend. Ich meine, dass das schon ungeheuer viel wert ist.

Neues von Ada wird es dann geben, wenn sie bei uns eingezogen ist.

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Jan 25 2012

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Es geht weiter!

Abgelegt unter Diary

Nach zwei Jahren Erziehungszeit wird es nun auch hier weitergehen.
Irgendwie scheine ich mir hierfür allerdings einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht zu haben, jedenfalls an den an die Allgemeinheit gerichteten Medien bemessen.
Seit Wochen beherrschen Euro- und EU-Finanzkrise, die Verfehlungen des Bundespräsidenten die Medien, vor 10 Tagen war es das Costa-Concordia-Unglück und jetzt zofft man sich in Berlin über die Bespitzelung der Linken durch den Verfassungsschutz. Ich enthalte mich wohlweißlich meiner Meinung, es wird nicht dadurch besser oder schlechter, dass ich es täte.
Nachdenklich stimmt es mich indessen, dass es das “Dschungelcamp” immer wieder in die Leitmedien schafft. Warum denn eigentlich??

Vielleicht ist es einfach so und sollte man das auch so hinnehmen: Ein kleines Kind verschiebt den Horizont. Was einst von ungeheuerlicher Wichtigkeit und Prisanz war, rückt in den Hintergrund, anderes wird elementar wichtiger.

Und dennoch wird “Jura, Jagen, Jederzeit” das bleiben, was es war: Ein Blog, das immer wieder höchstrichterliche Rspr. aufgreift; das sich äußert, wenn die sicherheitsrechtlichen Ambitionen des Staates vergessen lassen, dass die perfekte Sicherheit nicht geboten werden kann und es möglicherweise weit aus schlimmer sein könnte, mit der vermeintlich gewonnen Sicherheit die Demokratie abzubauen. Ferner werde ich immer wieder jagdliche Themen aufgreifen, gerade die jagdrechtlichen und überdies und das ist neu: Korrespondierend mit der aktualisierten Webadresse “www.jaegerinnen.net” werden immer mal wieder Themen auftauchen, die ganz konkret den kleinen und bescheidenen Teil der Frauen in der Jägerschaft betreffen. Liebe Jäger, seht es mir nach, “Flintweiber” und “Kampfamazonen” finden hier keinen Raum und je weniger ich hierzu zu sagen habe, um so mehr heißt das, dass die Frauen in der Jägerschaft angekommen und integriert sind und somit keine andere Bedürfnisse haben als die Jäger. Ich bin gespannt, ob und in welcher Form hier Probleme an mich in den nächsten Monaten und Jahren herangetragen werden.
Ich betrachte das Thema grundsätzlich unter der Prämisse Integration statt Separation.
Dass ich diese Domain gewählt habe, ist und bleibt naheliegend: Ich bin Jägerin!

Und so erklärend und zum Abschluss diese kleine Anekdote: Als Kind wollte ich einen Hund. Als Nachbars - er Jäger - einen neuen Dt. Drahthaar bekamen, wusste ich auch, was für einen Hund ich wollte. Dieser Hund musste es sein, kein anderer konnte es sein.
Erstaunlicher Weise schmolzen sogar meine Eltern beim Anblick des Nachbars-Welpen dahin und ließen ihre Vorbehalte hinter sich. Und doch war dann der Züchter vor: Er fragte meinen Vater und den alleine, ob er Jäger sei. Meine Mutter wurde gar nicht erst gefragt. Ja, so war das wohl zu dieser Zeit.
Die Frage um den Hund wurde mein Weg zum Jagdschein. Es versteht sich von selbst, dass meine Eltern seinerzeit nicht sonderlich erfreut waren, dass ich den Jagdschein machen wollte. Es sollte weitere 16 Jahre dauern, bis ich ihn dann machte.

Neues gibt es hier und an anderer Stelle Vieles: Abgesehen davon, dass mein Kind nun im Kindergarten ist, leben wir hier auf dem Lande und ist Ajax vom Teufelslauch, der dieses Blog bisher begleitete als treuer Jagdbegleiter bei dem Jagdaufseher des Niederoderbruchs-Reviers geblieben, wo er seinem Alter und seiner Passion entsprechend im ständigen jagdlichen Einsatz steht. (Mehr möchte ich hierzu nicht sagen). Mit den hiesigen Umständen im Berliner Speckgürtel und doch eindeutig auf dem Land, in der Region, die maßgeblich vom “ollen Fritz” geprägt wurde und über die Theodor Fontane in seinen Wanderungen so viel berichtete, wird in den nächsten Wochen ein neues Blog “Besser leben auf dem Lande” entstehen. Überdies wird Ada vom Sauwerder an Ajax Stelle treten und damit die größte Lücke schließen, die wir seit Anfang des letzten Jahres aus Vernunftgründen zu verbuchen hatten.

Ich hoffe, dass der eine oder andere treue Leser der Vergangenheit nun wieder und endlich auf seine Kosten kommen wird.

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Jan 09 2010

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NEU: Das Jagdrechtsblog

Abgelegt unter Jagd & Jagdhunde, Juristerei

Ende Dezember ist es online gegangen: Das Jagdrechtsblog des Instituts für Jagd, Umwelt & Naturschutz - JUN.I

Es hat etwas von einem Spießrutenlauf, als Jäger mit sämtlichen die Jagd betreffenden Gesetze klarzukommen: Bundesjagdgesetz, Waffengesetz, Landesjagdgesetze und diverse Verordnungen. Aber nicht nur die gesetzlichen Vorschriften zu Jagdpacht, Jagdwaffen führen, transportieren & aufbewahren, Jagdgenossenschaft, Eigenjagdbezirk etc. sind nicht ganz unkompliziert, sondern auch diverse Vorschriften aus dem Umwelt- und Naturschutzrecht können den Jäger und die Jagdausübung mittelbar und unmittelbar betreffen.

Das Jagdrechtsblog soll künftig Jägern, aber auch Landnutzern, Naturliebhabern und anderen eine Plattform zur Diskussion und Anregung von Jagd- und Jagdrechtsfragen bieten.

Da derzeit nun - alle Jahre wieder - eine Vielzahl von Jagdrevieren neu zu verpachten sind, sind im Jagdrechtsblog jetzt z.B. aus aktuellem Anlass die beachtenswerten “Knackpunkte” zum Jagdpachtvertrag dargestellt.

Das Jagdrechtsblog schließt insgesamt eine Lücke: Diskussion und nicht nur Entscheidungssammlung, soweit es eine solche schon gab, entscheidender rechtlicher Aspekte zur Jagd zusammengefasst auf einen Blick im Internet.

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Dez 24 2009

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Merry Christmas

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Ich wünsche allen schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Unser Christbaum
Ein kindgerechter Weihnachtsbaum

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Dez 03 2009

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Weihnachtszauber auf Schloss Bückeburg

Abgelegt unter Diary, Reiseberichte

Englisches Weihnachtsoutfit
Englische Weihnacht anno dazumal (Foto W. Lipps)

Geschlagene 400 km westlich von uns entfernt, kurz hinter Hannover, liegt das Städtchen Bückeburg mit gleichnamigen Schloss. Wir hatten diesen Weg vergangenen Samstag auf uns genommen und ließen uns am Tag vor dem 1. Advent auf die bevorstehende Advents- und Weihnachtszeit einstimmen.

Auf Schloss Bückeburg residieren bis heute die Fürsten Schaumburg-Lippe. Seit 2007 wird die weitläufige, ursprünglich in der Renaissance erbaute Schlossanlage, die nach einem Brand 1732 ein barockes Gesicht erhielt, jährlich zum 1. Advent zu einem Weihnachtsspektakel , das durchaus geeignet sein sollte, den einen oder anderen Advents- und Weihnachtsmuffel in festliche Stimmung zu versetzen.

Schloss Bückeburg
Schloss Bückeburg

Die gesamte rondellartig angelegte Schlossanlage erstrahlt in weihnachtlichem Glanz. Anders als auf manch einem Traditions-Weihnachtsmarkt, wie dem Dresdner Striezelmarkt oder dem Nürnberger Christkindlesmarkt, hat in Bückeburg der Weihnachtszauber richtig Stil. Es gibt auch Stände, an denen man Glühwein und Würstchen erhalten kann. Die Stände als solche sind aber schon keine irgendwie verhängten Bretterverschläge, sondern massive Holzhütten und die Würstchen werden beim fürstlichen Forstamt aus Wildfleisch hergestellt. An der frischen Luft sind ansonsten aber vor allem Anbieter von floralem - natürlich weihnachtlichem - Angebot wie Mistelknorren, Adventskränzen aus allen denkbaren Nadel- oder nadelartigen -Zweigen und Stechpalme sowie Gegenständen, die Frau/Mann für den winterlichen Garten benötigt. Selbst derjenige, der seinen größeren oder kleineren Garten mit einem richtigen Brunnen zieren möchte, wird fündig.

Sandsteinbrunnen mit Hund
Ajax begutachtet die Tiefe des Brunnens

Aber auch in den Räumen des Schlosses und seine Nebenanlagen bieten Aussteller ihre Waren feil. Besonders charmant sind die Stände im Reitstall untergebracht: Der Stall ist zur “Einkaufspassage” geworden, die “Läden” befinden sich in den Boxen.
Als besonderes Highlight werden am Wochenende Reitvorführungen der Hofreitschule angeboten. Hier benötigt man allerdings ein wenig Geduld: Der Andrang ist groß, das Platzangebot beschränkt.

Röhrender Hirsch auf einem Wandteppich
Bei Waidwerk & Stil gibt es alles Jagdliche, auch Decken/Wandteppiche & Kissenhüllen mit röhrenden Hirschen (Foto W. Lipps)

Ansonsten befinden sich auf dem Gelände große, dezent aber festlich geschmückte Festzelte: Neben der Gastronomie - nicht Bierzelt-mäßig, sondern an eingedeckten Tischen - steht man nun vor einem vielfältigen Angebot von allem möglichen, was man auf dem Lande für Weihnachten und Winter benötigt: Christbaumschmuck, ländliche Antiquitäten, Jagdbedarf oder einfach Geschenke. Sachen die man schon immer gesucht hat.

Weihnachtsmann
…. und uns ist der Weihnachtsmann begegnet, oder war das der Nikolaus?

Als wir nach mehreren Stunden das Schlossgelände verließen, durften wir feststellen, dass auch auf das Städtchen selbst einiges von dem herrschaftlichen Zauber abfällt. Die Hauptstraße der Provinzstadt wartet mit einem angenehmen Angebot auf und ist stilvoll dekoriert. Ein besonderes Augenmerk fand bei mir ein Laden auf der linken Seite unmittelbar vor dem Schlossportal: Antiquariat, kleinere antique Gegenstände, wie alte Silberbesteck, Serviettenringe u.ä. sowie Porzellan der englischen Manufaktur Spode - leider stellt Spode heute wohl nur noch die Dekore Blue Italian und Christmastree her, während für Blue Tower nur noch Antiquitätengeschäfte herhalten -, Pimpernell-Tischsets, Servietten, Karten, Kerzen etc.. Ich wünschte, ein solcher Laden würde sich auch in normaler Entfernung für uns befinden.

Mag man sich darüber streiten, ob sich Bückeburg für uns in Tagesausflugsnähe befindet. Wir waren zu sechst - bzw. zu acht, zählt man den Hund und das Kind mit - mit einem Bus unterwegs und es hat sich gelohnt.

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Mai 04 2009

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Verfassungsbeschwerde gegen BKA-Gesetz

Abgelegt unter Der starke Staat, Juristerei

Der Vollständigkeit halber:

Wie angekündigt wurde inzwischen gegen das novellierte BKA-Gesetz Verfassungsbeschwerde eingereicht.
Die Verfassungsbeschwerde wird u.a. vom Deutschen Journalistenverband DJV und auch der Ärzteschaft unterstützt.

Das Bundesinnenministerium soll mit dem Standpunkt, man habe sich an die Vorgaben des Verfassungsgericht gehalten, gelassen reagiert haben.

Nun wird sich zeigen, ob es dem Bundesverfassungsgericht ausreicht, wenn der Gesetzgeber für höchst umstrittene polizeiliche Ermittlungsmaßnahmen in schier unglaublicher Präzision, teilweise Wort für Wort verfassungsrichterliche Vorgaben abschreibt. Mögen damit für die Einzelmaßnahme vordergründig die Voraussetzungen erfüllt sein, stellen sich bei einem solchen Vorgehen zwei Fragen:
Kann man von verfassungsmäßiger Ausgewogenheit sprechen, wenn der Gesetzgeber Ermittlungsmaßnahmen an der vom BVerfG absoluten Grenze der Verfassungsmäßigkeit normiert? Und wie ist es zu bewerten, dass Ermittlungsmaßnahmen mit vergleichbarer Eingriffsintensität mit verschieden hohen Eingriffsschwellen versehen sind?

Hiervon abgesehen steht in Frage, ob der reduzierte und abgestufte Berufsgeheimnisschutz, der im BKA-Gesetz teilweise in das Ermessen des BKA gestellt ist, mit dem Grundgesetz im Einklang steht.

Insgesamt hat sich allerdings nichts wirklich Neues ergeben. Die Angriffsfläche für eine Verfassungsbeschwerde lag letztlich schon mit der Expertenanhörung im Innenausschuss am 15.9.2008 auf der Hand und wurde in diesem Blog schon hier und hier ausführlich aufgegriffen.

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Mai 04 2009

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Tagesausflug nach Usedom: So viele Hunde!

Leider ist dieses Blog zu Gunsten des Lehrprinzblogs in den vergangenen Wochen etwas ins Hintertreffen geraten. Außerdem hat es seine Vorzüge jenseits der Großstadt auf dem Land zu sein. “Ereignisse” wie die Randale zum 1. Mai in Berlin haben in Falkenberg kaum marginale Bedeutung. Die Nachrichten von der Schweinegrippe kommen uns hier so fern vor. Es ist alles relativ weit weg. Aber die Insel Usedom ist von Falkenberg wesentlich leichter zu erreichen als von Berlin aus.

Seebrücke Heringsdorf
Seebrücke Heringsdorf

Es sind kaum noch 200 km nach Usedom und selbst mit einem nur beschränkt schnellen Auto ist die Strecke in gut zwei Stunden zu bewältigen. Es war also ohne weiteres möglich, einen Tagesausflug nach Usedom zu unternehmen, um uns dort mit einem Bekannten zu treffen.

Und auch das könnte dem Stadtmenschen fast entgangen sein: Nach der Kälte des Winters bis Ende März ist die Natur durch den schönen April in riesengroßen Schritten in den Frühling marschiert. Sollte es nun langsam mal ein paar Tage regnen, blüht bereits vor und auf Usedom der Raps. Wären da nicht die Obstbäume mit der frühlingshaften Blüte und die Nachzügler unter den Bäumen wie Platanen und Nussbäume, die erst gerade jetzt ihre Blätter treiben, könnte man meinen wir wären Ende Mai/Anfang Juni unterwegs gewesen.

Erst am Strand von Heringsdorf wurde man in die Ende-April-Realität zurückgeholt: Nur einzelne, ganz verwegene Mutige waren schon im Wasser. Auch ich - mit den Zehenspitzen! Das Wasser der Ostsee ist mit 9 Grad noch der Jahreszeit entsprechend lausig kalt.

Alibifoto: Mit den Füßen im Wasser
Alibifoto: Ich war im Wasser!!

Ajax am Strand

Ajax juckte das kalte Wasser gar nicht: Er fand den Strand großartig, da man hier so schön entlangrasen kann. Zur Abkühlung ging es dann ins Wasser. Und das macht noch mehr Spaß als nur ins Wasser zu gehen: Anderen Hunden ihr Spielzeug klauen.
Peinlich wurde es allerdings für uns, als Ajax den Ball eines kleinen Jungen entdeckte. Es gab kein Halten mehr. Hinrasen und Greifen und schon war der schöne Ball hinüber.
Rührend war der knapp zweijährige Bub mit seiner Großtante. Man sah seinen versammelten Unglauben angesichts Ajax Aktion und dennoch schaffte er es seine Tränen zurückzuhalten. Die Tante versprach einen neuen Ball und wir schimpften mit Ajax.

Leider ist die Opferbilanz dieses Tages noch nicht abgeschlossen. Zurückgekehrt in den Garten der Familie von Rochow, die auf Usedom ein Haus mit Ferienwohnungen hat, in dem grundsätzlich auch Hunde willkommen sind - ob wir mit Ajax noch richtig willkommen sind, weiß ich nicht - ging Ajax auf Raubzug in die Küche und erbeutete ein Stück Brot. Der Brotkanten lockte dann sogar die Chefin des Hauses, die 12-jährige Langhaar-Weimaraner-Dame Nelke, hinter dem Ofen hervor, die bislang recht unbeteiligt das Treiben ihrer drei jüngeren Artgenossen Ajax, Ami und Leika beobachtet hatte.

Nelke beobachtet die Jungspunde

Aber nicht genug: Auch die Reizangel der kleinen Leika musste nach Ajax noch wieder geflickt werden.

Ajax findet die Reizangel ganz toll
Ajax findet die Reizangel ganz toll

Wie gestört jagt und springt Ajax hinter der Reizangel her. Die kleine Leika - ebenfalls eine Langhaar-Weimaraner-Hündin, gerade 12 Wochen alt - schaut mit großen Augen Ajax Umtrieben zu.
Dabei macht sie das mit der Reizangel - und zu diesem Zwecke ist eine Reizangel auch gedacht: Nicht für grobe Klötze wie Ajax sondern, damit die Welpen frühzeitig das Beutegreifen lernen - für ihre 12 Wochen schon richtig gut, nachdem wir Ajax endlich einmal zur Ruhe bekommen haben, und er dann auch artig Leika mit ihrer Reizangel arbeiten lässt und mal nur zuguckt.

Ajax guckt mal nur zu
Hin und wieder kann Ajax auch mal nur zusehen!

Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfektI
Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfekIIt
Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfektIII
Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfektIV
Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfektV
Leika arbeitet mit der Reizangel schon fast perfektVI

Das ist aber überhaupt etwas, was am Modehund “Weimi” gerne übersehen und noch viel häufiger unterschätzt wird.

Der Weimaraner - Kurzhaar & Langhaar - ist und bleibt ein Jagdhund mit ausgeprägtem Jagdtrieb, hochgezüchteten Leistungsanlagen und regelmäßig Mannschärfe.

Leika
Leika posiert für die Kamera

So niedlich Leika hier als Hundebaby aussieht, so plüschig und fotogen sie vor der Kamera posiert, dass auch fast jedem Betrachter das Herz aufgehen muss, hat sie ihre Anlagen als Jagdhund bereits an der Reizangel bewiesen.
Wer einen Jagdhund sucht, der möglicherweise keine ausgeprägten jagdlichen Anlagen hat, kann den allenfalls bei einem Dackel finden. Hier gibt es regelmäßig Hunde, die mit der Jagd so gar nichts am Hut haben. So auch der dritte Hund der Familie von Rochow, die Dackel-Dame Ami.
Ami ist eine Fußhupe wie sie im Buche steht: Kurzbeinig, ziemlich klein und am liebsten lässt sie sich den Bauch kraulen; von der Jagd will sie demgegenüber gar nichts wissen.

Dackeldame Ami läßt sich den Bauch kraulen

Leika und Ami spielen miteinander

Das darf aber nich darüber hinwegtäuschen, dass auch Ami grundsätzlich über das Reiz-Aktions-Schema des Jagdhundes verfügt. Denn ausgerechnet sie ist es, die im Moment der kleinen Leika den Drosselgriff beibringt, indem sie sich der Kleinen als williges Opfer zur Verfügung stellt.
Wir schauten alle nicht schlecht, als Leika beim Kaffeetrinken auf den Nachbarschoß krabbelte, auf dem sich Ami befand, und dann ging es los: Immer wieder an Amis Kehle. Diese ließ Leika gewähren.

Damit jetzt aber nicht nur die armen jagdhundeführenden Nichtjäger denken, sie bekämen mal wieder von mir eins auf den Deckel:
Herr von Rochow berichtete uns, dass die Wildhändler in Mecklenburg-Vorpommern im Zusammenhang mit der Fleisch-Hygiene-Verordnung inzwischen bei der Abnahme von Wild den pH-Wert des Fleisches messen würden. Wildfleisch mit nicht befriedigendem pH-Wert - zu spät aufgebrochen, zu lange gelegen - kann gleich wieder eingepackt werden. Es wird nicht abgenommen.
Das sollte dem Jäger sehr klar verdeutlichen, dass die zügige Verfügbarkeit von tauglichen Jagdhunden zwingend erforderlich ist. Die Jägerschaft muss sich hier eindeutig an die eigene Nase fassen: Wieviele Jagdhunde sind wirklich schnell an Land gezogen und reicht es wirklich aus, wenn mancherorts gerade mal einer von zehn Jägern einen brauchbaren Jagdhund führt? Vollkommen absurd erscheint das Ausbildungsziel, ein wundgeschossenes Stück auf der 12, 30 oder gar 40 Std. alten Wundfährte zu finden. Das braucht man in diesem Zusammenhang wirklich nur noch aus Gründen der Waidgerechtigkeit. Für die Verwertbarkeit des Wildfleisches kommt diese Aufgabenstellung ohnehin immer viel zu spät.

Am späten Abend von Usedom zurückgekehrt, begegnete uns ein weiterer bedenklicher Zustand in der Jägerschaft pünktlich mit dem Beginn der Bockjagd nach dem Morgenansitz am 1. Mai. Beim anschließenden Frühstück mit immerhin 12 Jägern wurde uns der erste Jungjäger seit 14 Jahren im Bezirk - außer meiner Wenigkeit als Zugezogene - vorgestellt: Ein einziger Jagdscheinabsolvent in 14 Jahren in einer Region, die ausgesprochen wildreich ist und in der eine professionelle Bejagung der Reviere zwingend geboten ist. Natürlich gibt es die gestandenen Jäger zwischen 40 und 75, aber was kommt dann, wenn alle 14 Jahre ein neuer Jungjäger dazukommt?
Naja!: Auf der anderen Seite waren wir alle an diesem ersten Morgen der Bockjagd nicht gerade vom Jagdglück verfolgt. Alle hatten zahlreichen Anblick und doch lag im Endeffekt nur ein Böckchen.

Rickekitz
Anblick: Vergeblich versucht die Mutter dieses entzückende Töchterchen los zu werden. Die Kleine lässt sich jedoch nicht abschütteln und folgt der Ricke unauffällig mit Sicherheitsabstand.

Auch wir hatten am westlichen Revierrand nach Niederfinow viel gesehen, aber eben fast nur Weiber!
Es kann nun in den nächsten Wochen nur besser werden!

Ajax klaut auch am 1. Mai: Den Gartenschlauch!
Auch das kann nur besser werden: Auch am 1. Mai war bei Ajax erneut ein Raubzug angesagt. Im Lieper Vorwerk erbeutete Ajax Schlauch und Sprenger!

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Mrz 30 2009

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Mit festem Lehrrevier in Schorfheide und Nieder-Oder-Bruch

Abgelegt unter Jagd & Jagdhunde

Pünktlich zum Beginn des neuen Jagdjahres hat der Jagdverein Lehrprinz e.V. ein festes Lehrrevier gefunden.
Mit Flächen in die Schorfheide und das Nieder-Oder-Bruch reichend wird der Verein jetzt beginnend mit der Bockjagd im Mai Jungjägerseminare in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes anbieten.

Schiffshebewerk
Foto Dr. W. Lipps: In Sichtweite: Das Schiffshebewerk in Niederfinow

Das Lehrrevier umfasst den gemeinschaftlichen Jagdbezirk des Dorfes 16248 Liepe. Es liegt auf der Grenze zwischen der Schorfheide und der Uckermark im Niederoderbruch. Das ist etwa 10 km südlich von Chorin, direkt an der Oder und am Oder-Havel-Schifffahrtskanal. Das Dorf und die Straße von Eberswalde nach Oderberg teilen das rund 881 ha große Revier in zwei unterschiedliche Jagdbögen, Liepe I und Liepe II……

Kolbenhirsche im Mai
Foto Dr. W. Lipps, Kolbenhirsche im Mai

Eine ausführliche Beschreibung des Reviers sowie Seminarankündigungen und Berichte sind und werden hier zu finden sein.

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Mrz 20 2009

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Der Jagdverein Lehrprinz (mit neuer Website)

Abgelegt unter Diary, Hunde, Jagd & Jagdhunde

Bereits seit längerer Zeit war hier der Jagdverein Lehrprinz verlinkt gewesen. Wir haben nun dessen Website überarbeitet. Überhaupt gibt es vom Lehrprinz e.V. viel Neues zu berichten, nachdem sich sein geographischer Schwerpunkt nach Brandenburg verlagert hat.

Der Lehrprinz setzt in seiner Arbeit dort an, wo Jagdverbände und Jagdschulen meinen, ihrer Pflicht genüge getan zu haben: Nach der Jungjägerausbildung und der Überreichung des Jägerprüfungszeugnisses.
Und eigentlich ist es allen Beteiligten bekannt: Für den Jagdschein und damit zusammenhängenden Prüfungen des grünen Abiturs - Schießprüfung, schriftliche und mündliche Prüfung - muss viel gelernt und gebüffelt werden. Der Jagdschein wird einem nicht geschenkt.
Und dennoch: Erst nach bestandener Jägerprüfung in allen drei Teilen, wenn es an die praktische Jagdausübung geht, fällt es - oder sollte es zumindest - dem Jungjäger wie Schuppen von den Augen, dass er verdammt viel gelernt hat, viel Nützliches aber vor allem viel Theoretisches.
Geschossen wurde bis zur Prüfung auf einem Schießstand - auf Scheibe, das Blech eines Kipphasen oder Tontauben - und häufig genug ausschließlich mit kleinen Kalibern, mit denen, wie auch gelehrt wurde, definitiv nicht auf heimisches Schalenwild, allem voran das Schwarzwild, geschossen werden darf.
Theoretisch ist die Biologie aller heimischer Wildarten incl. deren Fortpflanzungsbesonderheiten bekannt. Alle Wildkrankheiten und deren entscheidende Erkennungszeichen an den inneren Organen des aufgebrochenen Wildes wurden anhand von Bildern aufgezeigt. Maßgebliche Kenntnisse zu Naturschutz, Hundekunde, Waldbau wurden vermittelt - auf dem Papier. Möglicherweise wurde im Jägerlehrgang tatsächlich sogar auch ein Hochsitz gebaut, an einer Gesellschaftsjagd teilgenommen und der eine oder andere mag sogar die Möglichkeit erhalten haben, erlegtes Wild schon einmal aufgebrochen zu haben, ein Schwein abgeschwartet und zerwirkt zu haben.

Aber es bleibt, wie es ist: Mit der bestandenen Jägerprüfung haben viele Jungjäger viel Theoretisches erlernt, sind aber von den notwendigen Kenntnissen der praktischen Jagdausübung noch meilenweit entfernt.

Erst jetzt im Revier muss man erfahren, dass das Böckchen 100 m entfernt sein kann, es aber im Zweifel nicht ist. Wieviel Meter ist sein Standort vom Hochsitz im Wald oder auf dem Feld entfernt? Wir kennen von der Entfernungsschätzung nur den “Schusskanal” des Schießstandes.
Wie verhält sich eben dieses Böckchen nach dem Schuss. Die Schusszeichen kennen wir nur von Bildern. Wie unterscheiden wir den Überläufer von der führenden Bache, wenn wir die Frischlinge nicht sehen und kein Größenvergleich möglich ist. u.s.w.

In früheren Zeiten gab es das Institut des Lehrprinzen. Optimaler Weise begleitete der Jungjäger den praktischen Jagdbetrieb des Lehrprinzen schon in seiner Ausbildung vor den Prüfung. Theoretische und praktische Ausbildung gingen Hand in Hand, was man nur als Optimum bezeichnen kann.
In der Regel unproblematisch ist die praktische Einführung in den ausgeübten Jagdbetrieb auch dort, wo der Jungjäger im Verwandten- oder Bekanntenkreis im praktischen Jagdbetrieb mitgenommen wird.
Wird aber heute im zunehmenden Maße eine der mehr oder weniger bekannten Jagdschulen in Anspruch genommen und fehlt es an verwandschaftlichen oder bekanntschaftlichen Beziehungen, steht der Jungjäger mit dem “grünen Abitur” aber ohne jegliche Jagdpraxis dar.

Versucht der Jungjäger nun mit Hilfe eines Begehungscheines, den er häufig für teures Geld erwerben muss - die Anpachtung eines Reviers darf aus guten Gründen erst nach dem dritten Jahresjagdschein erfolgen - in die Jagdpraxis hereinzukommen, kann und wird die Enttäuschung im Zweifel bei allen Beteiligten groß sein: Beim Revierpächter, weil der Jungjäger mangels Anleitung vor Fehlern nicht gefeit ist, beim Jungjäger, weil es niemand gibt, der ihm die erste Einführung gibt und er sich über so manche Restriktion des Begehungsscheins mangels Erfahrung nicht im Klaren war.

Der Jagdverein Lehrprinz setzt dort an, wo Jagdschulen und Jagdverbände nach bestandenen Prüfung aufhören, versucht fehlende Kontakte aus dem familiären Umfeld zu ersetzen und den Jungjägern vor allem die Enttäuschung zu ersparen, die fast unumgänglich ist, wenn man ohne Anleitung einfach mal so in den praktischen Jagdbetrieb einsteigt.

In Seminaren in der bewegungsaktiven Zeit des Wildes können Jungjäger unter Anleitung und in Begleitung erfahrener Lehrprinzen ihre ersten Jagderfahrungen sammeln - ein Reh oder eine Sau sollten dann schon liegen - und damit das lernen, was man in der Theorie einfach nicht lernen kann.
Außerdem bietet der Lehrprinz e.V. Seminare für die Jagdhundausbildung an. Auch hierfür kann die Literatur dem Erstlingsführer nur theoretisch erste Ansätze vermitteln. Ein Eingehen auf die Besonderheiten des jeweiligen Hundes - als Lebewesen ist ein jeder Hund einzigartig - ist nur mit Hilfe eines erfahrenen Hundeführers möglich. Der Erstlingsführer ist deshalb weder doof noch unfähig oder unwillig. Im fehlt schlicht das Vergleichsmoment und die Sensibilisierung, um auf die Besonderheiten und Bedürfnisse seines Hundes einzugehen und das aus ihm zu machen, was wir wollen: Einen an seinen Besonderheiten gemessen optimalen Jagdhelfer.

Ich persönlich habe einen Jahreslehrgang bei einem DJV-Kreisverband gemacht und wir haben bestimmt einiges praktisch gemacht, was in einem “Manager-Lehrgang” bei einer Jagdschule rein zeitlich nicht möglich ist. Die praktische Jagderfahrung konnte aber auch dieser nicht mitgeben.
Offiziell hatte ich sogar einen Lehrprinzen, den ich aber nie persönlich kennenlernte. Nur sein Vater brachte uns das Schießen bei.
Für die Ausbildung meines Deutsch-Drahthaar-Rüden Ajax vom Teufelslauch habe ich zwar auch neben zahlreichen Büchern ein wenig Unterstützung durch den Züchter erfahren, aber die ganz speziellen Besonderheiten und die wichtigsten Kniffe sind mir nicht zugeflogen, sondern konnten erst dadurch erkannt bzw. vermittelt werden, dass sich ein erfahrener Hundeführer die Zeit für Ajax nahm.
Aus der eigenen Erfahrung heraus bin ich froh, dass der Lehrprinz e.V. eine Lücke schließt, an der auch meine jagdlichen Ambitionen zu scheitern drohten und freue mich umsomehr, dass es den Lehrprinz gibt, in dem sich auch Jungjäger engagieren können und sollen. Denn irgendwann sind es die ehemaligen Jungjäger, die den neuen Jungjägern die Erfahrung weiter vermitteln können, die uns den Weg in die waidgerechte Jagd eröffnet hat.

In den Endzügen der Suche nach einem Lehrrevier im Brandenburgischen hoffen wir nun pünktlich mit Beginn des Jagdjahres 2009/2010 mit der Bockjagd ab Anfang Mai eine Reihe spannender Seminare anbieten zu können, bei denen Jungjäger nicht nur die Erfahrung der Lehrprinzen vermittelt bekommen, sondern vor allem das möglich gemacht wird, wozu der Jagdschein gemacht wurde, Wild waidgerecht zu erlegen.

Ich werde auch hier regelmäßig auf Veranstaltungen des Lehrprinz hinweisen, Neuigkeiten erfährt man zudem im Jagdblog - dem etwas anderen Jagdtagebuch. Aber vor allem auf der Lehrprinz-Seite wird man alles Aktuelle über Seminare und andere Aktivitäten des Lehrprinz erfahren.

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